Dienstag, 31. Januar 2012

Nachgereichter Bericht

So, mein Gehirn scheint wieder wach zu sein. Nun erzähle ich mal in Langversion.

Wir sind heute morgen schrecklich früh (5.15Uhr!) aufgestanden, weil wir um 8.10Uhr in der Klinik sein mussten. Die Klinik ist etwas über eine Stunde entfernt und wegen dem Berufsverkehr haben wir zwei Stunden Fahrt eingeplant, sicher ist sicher. Um viertel vor acht waren wir da. Ich war soo nervös, ihr könnt es euch kaum vorstellen.

Zuerst kam, wie immer, der Papierkrieg. Alle Formulare unterschrieben abgeben, den Eigenanteil von 500€ bezahlen und dann ab ins Wartezimmer. Ich war in 10 min 3x zur Toilette, so nervös war ich. Und wisst ihr was? Heute war nicht mein netter Narkoseonkel da. Nein, es war ein Anderer, viel jünger und sehr viel geschäftiger. Ich mag meinen Narkoseonkel lieber. Der war immer so nett zu mir und hat mir die Aufregung genommen bevor es losging. Das hat heute nicht geklappt. Dieser Narkosearzt hat ganz viele Sachen gemacht, die ich nicht leiden kann.

1. Er hat mich nicht angesehen, wenn er mit mir gesprochen hat.
2. Er hat mir die Braunüle (wird das so geschrieben?) in die linke Hand gelegt, und nicht in die Armbeuge. Resultat: Dick und blau. Schönen Dank auch.
3. Das EKG-Gerät funktionierte wohl nicht. Er fluchte hinter mir, ohne das ich wusste was los war. Gott sei Dank kam da gerade meine Wunderärztin, erkannte direkt meine Panik und fragte:"Sind die etwa nicht nett zu Ihnen?". Da wurde mir dann doch das Problem erklärt und ich konnte mich ein bisschen entspannen. Mal ehrlich, wer mag schon einen fluchenden Narkosearzt, kurz bevor man schlafen gelegt wird und weiß nicht, dass es eigentlich nur um das Gerät geht?!
4. Er hat mich schlafen gelegt, bevor das Problem gelöst war. Wenig beruhigend...

Als ich wieder ein bisschen wach war sagte man mir, mein Mann sei noch nicht da, ich solle noch schlafen, er käme bestimmt sofort. Da war ich total geschockt, ich dachte, wenn sie so schnell fertig sind haben sie bestimmt abgebrochen und nichts gefunden. Und es dauerte und dauerte bis der Wundermann endlich bei mir war. Er sagte, man habe ihm nicht Bescheid gesagt dass ich schon fertig bin und er habe erst nachfragen müssen. Bei ihm habe es leider länger gedauert.

Endlich kam dann die Laborfee und sagte mir, dass sie zwei wunderschöne Eier haben. Sie will mich morgen anrufen und Donnerstag oder Freitag wird der Transfer sein. Ich war unglaublich glücklich.

Heute habe ich nach dem Wachwerden schrecklich gefroren, es hat fast bis nach Hause gedauert, bis ich wieder aufgehört habe zu zittern.

Nun liegen noch so viele Hürden vor uns, aber eigentlich bin ich jetzt entspannt. Ich glaube ganz fest, dass die beiden sich befruchten lassen, sich hübsch teilen, einnisten und bleiben. Das wäre unser größtes Glück.

Geschafft

Nur ein kurzer Zwischenstand: Punktion ist geschafft, ich bin noch ziemlich neben der Spur und ja, es sind zwei wundervolle Eierchen. Mehr erzähle ich, wenn mein Gehirn wieder zur Zusammenarbeit bereit ist. Danke für's Daumen drücken!

Montag, 30. Januar 2012

Ein ersehner Anruf

Sie hat angerufen. Meine Wunderärztin. Sie hat gute Nachrichten. Es sind definitiv zwei Eier.

Sie erklärte mir Folgendes: Von einem reifen Ei spricht man, wenn es größer als 15 mm ist. Und bereits am Samsag war das Größere 19 mm groß und das Kleinere 16 mm. Also alles prima. Meine Blutwerte seien ganz hervorragend und die Schleimhaut sei dieses Mal sogar 10mm dick (sonst habe ich nie mehr als 8mm geschafft, ein Hoch auf Himbeerblättertee und Ovaria comp.!). Zwei Eier waren wohl bei mir zu erwarten, weil ich eben eine Low Responderin bin und eine größere Ausbeute würden wir nicht haben können, mit viel Glück höchstens drei, aber das sei eher unsicher.

Wenn wir den Versuch umwandeln wollten, müssen wir wohl rückwirkend die Medikamente voll bezahlen, auch wenn wir in eine IUI umwandeln, da dafür keine aktuelle Genehmigung der Krankenkasse vorliegt. Sie schlägt vor, morgen zu punktieren. Wenn sie wider Erwarten nichts finden, gilt das für die Krankenkasse nicht und wir hätten einen weiteren bezahlten Versuch. (Ich dachte, ab Punktion sei das so...) Denn es würde erst ab dann gelten, wenn Sperma dazu kommt, also ist es erst ab Petrischale verloren. Einen Vierten würden wir sowieso bezahlt bekommen, weil ich ja bereits schwanger (mit Fehlgeburt) war. Dazu sei der Bluttest ausreichend. Und ich dachte, wir müssten auch ein Ultraschallbild haben...

Da hat mir meine Freundin google wohl viel Unsinn erzählt. Naja, Gott sei Dank habe ich noch mit der Ärztin sprechen können. Nun kann ich wieder unbeschwert und positiv auf meine Zwillinge warten. Plötzlich bin ich völlig entspannt. Morgen ist Punktion.

(Beim Jugendamt geht niemand ans Telefon... )

Samstag, 28. Januar 2012

Unsicherheit

Ja, großer Mist ist das alles. Gerade tut sich ein klitzekleines schwarzes Loch auf, dass damit droht, mich zu verschlingen. Dass da jetzt so eine geringe Ausbeute ist trifft mich mehr als jeder negative Schwangerschaftstest. Verstehe ich selber nicht, ist aber so.

Und wisst ihr, was auf diesen ganzen, stinkenden Misthaufen oben drauf kommt? Wenn punktiert wird, findet das Dienstag statt. Was auch bedeutet, dass wir den Termin im Jugendamt nicht wahrnehmen können. Meine Gefühle fahren Achterbahn, ich weiß nicht, was richtig ist.

Ich habe darüber nachgedacht, den Versuch abzubrechen. Denn dann hätten wir noch einen bezahlten Versuch bei der KK. Ich weiß aber auch nicht so richtig, ob das Sinn macht. Schließlich ist bei jedem einzelnen Versuch eine geringere Ausbeute da gewesen.  Wenn das so weiter ginge, würde das bedeuten, dass beim nächsten Spritzen kein Folli da wäre. Wie soll man das nur entscheiden? Die Ärztin heute morgen hat nichts von Abbruch gesagt. Sie hat mich auch nicht über diese Möglichkeit aufgeklärt, sondern meine Freundin google. Heißt das, dass ich reelle Chancen habe oder ist das Firmenpolitik? Ich bin verwirrt, durcheinander, traurig. Montag ist meine Wunderärztin wieder da. Ich habe ihr eine E-Mail geschickt um ihr meine Situation zu erklären und sie um Beratung per Telefon gebeten. Hoffentlich kann sie mir helfen, und vor allem mir ein positiveres Gefühl geben.

Neuigkeiten? Neuigkeiten.

Ich war gerade zur Eierchenschau. Und wisst ihr was, liebe Eierstöcke? Ein bisschen mehr Mühe hättet ihr euch ruhig geben können. Im Rechten ist ein Ei. Und es ist schon so groß, dass wir direkt Orgalutran in der Praxis gespritzt haben, in der Hoffnung, dass es nicht springt. Ein zweites, kleines sitzt noch rechts und wir hoffen, dass es noch bis Dienstag wächst. Das war's. Mehr sind nicht zu finden. Die mir unbekannte Ärztin hat sich viel Zeit zum suchen genommen. Aber da ist nichts.

Nun sind wir auf dem Rückweg. Ich kämpfe mit den Tränen. Klar. Eins reicht. Aber unsere Chancen sind soeben ins Bodenlose gesunken.

Donnerstag, 26. Januar 2012

Wie heißt das?

Gibt es eigentlich auch eine Warteschleife vor der Warteschleife? Denn das, was hier gerade passiert, fühlt sich ganz genau so an. Ich habe alle möglichen Nebenwirkungen mitgenommen. Jaha, wirklich ALLE. Und meinen Bauch beobachte ich auch ganz genau. Zieht es vielleicht? Heißt das, dass die Eierstöcke fleißig sind? Wie viele es wohl sind? Bitte, lass es mindestens zwei sein. Bitte? Außerdem sehe ich aus wie 10 kg schwerer über Nacht. Die Waage habe ich dazu nicht befragt. Das will ich wohl nicht wissen...

Die Arbeit ist auch die Hölle. Richtig viel Stress. Ständige Sitzungen, Gespräche, Diskussionen. Jeden Tag eine neue, unlösbare Aufgabe. "Du schaffst das schon."

Und was Schönes gibt es auch. Meine lieben Leser. Ich freue mich riesig über jeden von euch. Ich fühle mich verstanden und aufgehoben. Ihr seid toll. Dafür ein dickes DANKE! 
(Wo sollte ich sonst mit den ganzen Verrücktheiten hin?!)

Mittwoch, 25. Januar 2012

Nebenwirkungen & Co

Ja, ich habe dieses Mal jede Menge davon. Kopfschmerzen, zum Beispiel. Und ich bin schrecklich müde. Ich träume aufregend (das liegt aber eher an meiner Aufregung als an den Hormonen) und ich hab ein bißchen Bauchweh. Und die Laune ist auch eher so, ähm schlecht...

Ach Mädels, ich bin ganz schön nervös. Diese drei Wochen entscheiden so wahnsinnig viel. Wenn das dieses Mal jetzt schon losgeht weiß ich nicht, wie ich es entspannt und positiv durchstehen soll. Und dieses nicht jeden Tag spritzen find ich gerade doch nicht so gut. Es fühlt sich nicht so an, als würde ich hart am Kinderwunsch arbeiten. Sich jeden Tag quälen fühlte sich irgendwie, ja: richtiger an. Ihr wisst schon was ich meine...

Dienstag, 24. Januar 2012

Die letzte IVF beginnt

Und ich habe schon jetzt den ersten "Warteschleifenkoller". Na toll. Wie soll ich das nur durchstehen?

Gestern Abend um halb zehn habe ich mir die erste Spritze gesetzt. Elonva heißt das neue Wundermittel und soll solchen Low Respondern wie mir ein paar Eierchen mehr entlocken. Scheinbar hat das Wundermittel nur Vorteile: Mehr Eierchen und vor allem nur einmal spritzen. Ja, tatsächlich. Nur ein einziges Mal. Das heißt die nächste Spritze ist erst Freitag fällig zum Eisprung unterdrücken. Samstag dann Eierchenschau. So lange muss ich noch warten... Manchmal hätte ich gern ein Ultraschallgerät zu Hause. Bin so ungeduldig.

Liebe Eierstöcke, seid brav und brütet fein. Ich hoffe ich kann mich wie immer auf euch verlassen. So drei bis vier gut Ausgewählte mit Topqualität und ich wäre schrecklich zufrieden mit euch. Also, an die Arbeit!

(Elonva geht so: Zuerst einmal die Fertigspritze auspacken. Nadel und Kolben sind noch getrennt. Keine Angst, der Kolben sieht nur so angsteinflößend aus, weil es zum Schluss die Nadel einzieht und aufbewahrt. Zuerst muss man die geplante Einstichstelle desinfizieren und dann die Verschlusskappe der Nadel abdrehen. Den Kolben mit der Wundermedizin nun aufrecht halten und vorsichtig beklopfen, damit alle Luftbläschen nach oben steigen. Verschluss vom Wundermittel auch abdrehen und Spritze immer fein wegen der Luftbläschen aufrecht halten. Nun Nadel drauf und vorsichtig Luft herausdrücken. Wenn am Ende der Nadel ein winziger Tropfen ist kann es los gehen. Fest die Bauchfalte zusammen kneifen und spritzen. Tat gar nicht weh. Noch ein Pro. Bevor ihr die Nadel wieder rauszieht: Ungefähr 5 sec warten damit auch wirklich alles drin ist. Dann Nadel raus und noch mal drücken. Dann zieht das Wunderwerk die Nadel in seinen Bauch damit sich niemand pieksen kann. Also ein wahrer Spaziergang für Bisher-Menogon-Mischerinnen wie mich.)

Sonntag, 22. Januar 2012

Gedankensprünge

Ich hab euch vor lauter Gezitter und Mens ganz vergessen, ein paar Dinge zu erzählen. Zuerst: Es gibt Neuigkeiten an der Plan B-Front. Am Mittwoch habe ich die Jugendamtdame angerufen. Sie hat scheinbar darauf gewartet, dass wir uns melden, angeblich habe sie das so mit uns vereinbart. Weder ich noch mein Wundermann können sich daran erinnern. Ich wollte aber nicht rumzicken und habe etwas erzählt von wegen "ich wollte ihr Zeit geben" den Bewerberbogen zu lesen und nicht drängeln. Unser nächster Termin ist am 31. Jetzt wird es ernst... Wobei: vielleicht ist genau dann Punktion... Oder Transfer? Alles ist möglich. Ohoh.

Ich war außerdem beim Frisör. Und nun stehe ich vor einem verzwickten Rätsel. Steht auf meiner Stirn etwa "Ungewollt kinderlos"? Die Frisörin, die mir zum ersten Mal die Haare geschnitten hat (meine Lieblingsfrisörin hat aufgehört zu arbeiten aus gesundheitlichen Gründen ) erzählte mir, sie wisse nicht ob sie je Kinder bekommen könnte, denn eine Zyste sei geplatzt und habe den Eierstock zerstört und bei der Not-OP habe man den 2. verletzt. Da sitze ich nun, will mich eigentlich entspannen und ablenken und werde so überrumpelt. Ich mein, sie ist mir schließlich völlig fremd. Dann kann ich mit solchen Geständnissen schlecht umgehen. Das macht mich total nervös, was soll ich denn bitte dazu sagen? Was wird von mir erwartet? Also sage ich sowas wie: Die Medizin kann so viel, nicht die Hoffnung aufgeben! und weiß nicht, ob das jetzt die erwartete Reaktion war. Solche Menschen beeindrucken mich total, denn ich bin ja eher diejenige, die sich nicht outen will. Erst Recht nicht völlig fremden Menschen. Oder hab ich doch DIESE Ausstrahlung?

Meine Schwester wohnt nun hier. Jetzt sind wir eine WG.

Samstag, 21. Januar 2012

Tja,

das Tolle an Luftschlössern ist ja, dass sie so einfach wieder verschwinden. Zack, da sind sie weg. Ich habe heute wieder ein kleines Gespräch mit meiner Gebärmutter geführt, habe ihr den SST gezeigt und heute keine Binde zur Vorsicht benutzt. Und es hat geklappt. Die Mens ist da. Ganz heimlich und schüchtern ohne Schmerz, fast, als hätte sie was wieder gut zu machen.

Aus der Traum.

Und nun wollen wir mal die positiven Seiten aus ihren dunklen Löchern zerren:

Die teuren Medikamente im Kühlschrank waren nicht umsonst.
Ich kann euch per Liveticker an meiner letzten IVF teilhaben lassen.
Ich werde ein bisschen frei haben und zwar ab Punktion bis zum Test.
Ich werde schrecklich viel faulenzen dürfen.

Ich bin traurig.

Guten Morgen!

Nein, es ist immer noch keine Mens in Sicht. Aber meine Freundin google meint, dass der Zyklus sich nach einer Gebärmutterspiegelung verschieben kann. Und da ja heute erst ZT 26 ist, warte ich noch bis Montag mit einem Test. Ich habe ohne Hormone eigentlich immer 25 Tage, die Mens kommt eher früher als später. Tja, und nun werde ich wohl weiter ständig zur Toilette laufen um nachzusehen.

Ich könnte einen Test machen, klar. Aber damit sind ja meine Ängste nicht vorbei. Ich brauche einen Arzt, der mir dann sagt, dass mein Test nicht lügt, mir Blut abnimmt und meine Werte prima findet und dann noch sagt, dass dieses Mal alles gut wird. Bei meiner ersten Schwangerschaft habe ich am Wochenende positiv getestet und dann kamen Sonntags nachts die Blutungen. Deswegen habe ich Angst. Und noch etwas. Außer dem vorsichtigen Ziehen und Zupfen habe ich überhaupt keine Anzeichen. Keine schmerzenden Brüste (die waren bei den ersten beiden Aborten die Hölle und waren auch das erste Anzeichen, dass etwas nicht stimmt, als sie damit aufhörten). Also nach wie vor alles sehr unsicher.

Nun wisst ihr's. Die verrückte Emma ist eigentlich ein Angsthäschen... Ich halte euch auf dem Laufenden...

Freitag, 20. Januar 2012

(Zitter)

{Mädels? Heute ist NMT. Und mein ungewollter Gast lässt sich noch nicht sehen. Ich hab Angst, bin sooo aufgeregt und auch ein bisschen verrückt und träume... Ob es wohl wahr wird?}

Mittwoch, 18. Januar 2012

Stimmungstief

Gerade ist alles so anstrengend, dass ich schreien könnte. Die Arbeit ist wahnsinnig einnehmend, ständig stehen Extratermine an. Meine Schwester zieht bei uns ein, weil sie sich von ihrem Freund, den wir auch sehr mögen, getrennt hat. Also habe ich gestern mit dem Wundermann das Büro ausgeräumt und haben dann ab dem Wochenende einen Dauergast hier. Ich liebe meine Schwester, wir sind auch gute Freundinnen. Nur: Wir haben nun schon 10 Jahre nicht mehr zusammen gewohnt. Ich bin gespannt wie das wird. Und dann gibt's da noch das Problem mit meiner Stimmung. Ständig bin ich gereizt, müde und einfach nur schlecht gelaunt. Leider muss mein Wundermann das ausbaden. Aber es geht irgendwie nicht anders. Blödes PMS. Hoffentlich ist's schnell Freitag. Und nun muss ich zur Arbeit. Zu einem Extratermin. Danach noch Spätdienst. Juchu.

Montag, 16. Januar 2012

Zwiegespräch

Liebe Gebärmutter,

Meine Euphorie von letzter Woche ist schon wieder verflogen. Dein verheißungsvolles Ziehen und Zupfen gibt es zwar noch, aber es ist deutlich weniger geworden. Meine Brüste sind eigentlich auch wie immer. Also gehe ich davon aus, dass du mich schon wieder mit nichts Gutem überraschen wirst.

Und nun Frage ich mich, warum wir zwei so ein gestörtes Verhältnis haben? Von meinen Organen bist du das meist Beachtete. Ich richte alles nach deinen Bedürfnissen aus. Horche immer genau ob du dich wohlfühlst. Und da die Wunderärztin uns gesagt hat, dass du wirklich ganz gesund bist, frage ich mich, was du noch für ein Problem haben könntest. Und ganz langsam beschleicht mich der Verdacht, dass du einfach eine Rebellin bist. Du willst einfach nicht.

Liebe Gebärmutter, ich weiß wirklich nicht warum du mir kein Kind schenken willst. Oder bist du vielleicht gar nicht die Schuldige?

Lass uns einen Deal machen: Wenn du gerade kein kleines Wesen festhälst und nährst, dann wünsche ich mir, dass du im nächsten Zyklus die Wesen, die du bekommst, gut aufnimmst und eine perfekte Gastgeberin bist. Dafür verspreche ich auch nach getaner Arbeit weiter gut auf dich aufzupassen und zu verwöhnen.

In Liebe, deine Emma

Samstag, 14. Januar 2012

Hoffnungen und Träume

Ja, ich weiß ich bin verrückt. Ich weiß, wie schlecht meine Chancen stehen. Ich kenne meine launische Gebärmutter, die ihren Job nicht machen will. Ich weiß, dass Träume zerplatzen. Monat für Monat, in meinem Leben seit 3 Jahren und zwei sehr kurzen Schwangerschaften. Ich scheine gesund, mein Wundermann genau so. Niemand kann uns erklären, warum wir immer und immer wieder enttäuscht werden. Aber ich erlaube mir trotzdem zu hoffen und zu träumen. Und ich erkläre euch gern, wie ich auf diese verrückten Ideen komme.

Ich hatte 3 Jahre Zeit meinen Körper zu studieren. DIESES Ziehen und Zupfen gab es nur in Schwangerschaften. Genug geherzelt haben wir auch. Und es soll angeblich nicht unmöglich für uns sein einfach so schwanger zu werden. Ich habe kurze Zyklen mit frühem Eisprung.

Was dagegen spricht? Ich weiß nicht, ob ich einen Eisprung hatte. Ich weiß nicht, ob ein Ei befruchtet wurde und sich eingenistet hat. Ich weiß nicht, ob mein Körper ganz ohne Hilfe brav ausreichend Hormone produziert. Vielleicht ist meine GM einfach nur noch ärgerlich wegen der Spiegelung?

Aber was wäre von mir noch übrig ganz ohne hoffen und träumen? Wenn ich das nicht mehr könnte würde das bedeuten das ich aufgegeben habe. Das würde mich vermutlich zerbrechen. Ich habe nur noch einen einzigen Versuch mit Chancen, die bei ungefähr 30% liegen. Ich klammere mich also verzweifelt an jeden noch so winzigen Strohhalm Hoffnung. Denn vielleicht, ganz vielleicht werde ich nie eine intakte Schwangerschaft erleben dürfen. Und so lange ich noch hoffen kann wird das einfach nicht wahr.

Und natürlich: Es soll noch Wunder geben in dieser Welt. Warum soll uns denn keins passieren?

Also: Lasst uns träumen und hoffen.

{Verrückt (tülülü )}

{Hihi, jetzt bin ich völlig verrückt. So richtig, ohne Entschuldigung. (Räusper) Darf ich um ihre Aufmerksamkeit bitten? Ich präsentiere ihnen eine weitere Idee aus der verrückten Wunderwelt: Vielleicht bin ich schwanger.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich, die vermutlich nach dem ganzen Hormonzirkus vielleicht noch nicht mal einen Eisprung hatte und eine Gebärmutterspiegelung in diesem Zyklus wagt zu träumen. Vermutlich werde ich tief fallen, mein Wunderkopf weiß das. Aber mein kleiner Wunderbauch zieht und zupft seit drei Tagen. Manchmal werde ich nachts wach davon. Habe mich wohl bei Nani angesteckt. Und die Mens wäre ganz arg früh dran. Heute ist nämlich erst Zyklustag 19. Und nun gibt es genau zwei Möglichkeiten. Entweder ich bin schwanger (hihi, verrückt...) oder ich habe eine sehr ärgerliche Gebärmutter die gern Scherze mit mir treibt (klingt wahrscheinlicher...). Und nun traut sich mein Wunderherz vorsichtig zu hoffen.

Wahrscheinlich erzähle ich euch in einer Woche, wie gemein meine Gebärmutter ist. Aber so lange freue ich mich ein bißchen. So ganz für mich allein. Also: Psssst... Sonst werde ich noch weggesperrt und man erzählt nur noch flüsternd über die verrückte Emma und ihre wunderlichen Ideen. tülülülülü }

Montag, 9. Januar 2012

11/14

Meine Kollegin ist schwanger. Die, die ungefähr 150kg wiegt und genau so lange auf ein Baby wartet wie ich. Die Ärzte sagten ihr, sie müsse 50kg abnehmen bevor sie weitere Maßnahmen ergreifen. Und nun ist sie schwanger. Einfach so. Ohne abgenommen zu haben. Mein Kopf sagt: "Wie schön! Ein weiteres kleines Wesen auf dieser Welt! Ich freu mich für sie (denn eigentlich mag ich sie)." Mein Herz schreit aber: "Wie gemein! Ich habe so viele Opfer gebracht! Wo bleibe ich? Wo ist mein Wunder?"

Ich weiß es seit gestern inoffiziell. Sie hat es heute offiziell gemacht. Ich habe noch nicht mal ein gefaktes Lächeln zu Stande gebracht. Und nun habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich sollte mich für sie freuen. Schließlich ist es ein kleines Wunder und sie wird bestimmt eine wundervolle Mutter sein. Sie hat Glück gehabt. Es sollte mir Mut machen. Denn wenn ihr so etwas Schönes passiert, warum denn dann nicht auch mir? Aber der böse, kleine Neid zerfrisst mich und lässt sich nicht wegsperren. Hoffentlich gibt es Menschen, die sich für mich freuen können und nicht so egoistisch sind wie ich...
(Ich habe heute Bill Cosby geguckt. Die Doppelfolge, wo Sondra Zwillinge bekommt, lief. Ich habe die ganze Zeit geweint und konnte weder wegschalten noch aufhören. So kann es doch nicht weiter gehen. Ich werde ja verrückt!)

Das Jugendamt will sich überhaupt nicht melden... Muss ich wohl mal da anrufen? Ich warte noch bis Mittwoch...

Noch elf Tage bis NMT, 14 bis zur ersten Spritze. Hoffentlich ist das Glück dieses Mal dabei.

Sonntag, 8. Januar 2012

Lügen über das schwanger werden

Sex macht schwanger.
Eine halbe Stunde mindestens "danach" liegen bleiben macht schwanger.
Die Missionarsstellung macht schwanger.
Po in die Luft macht schwanger.
Ovarium comp. und Bryophyllum machen schwanger.
Himbeerblättertee und Frauenmanteltee macht schwanger.
Kein Koffein, kein Alkohol und gesunde Ernährung macht schwanger.
Positive Gedanken machen schwanger.
In den Urlaub fahren macht schwanger.
Clomifen macht schwanger.
Bauchspiegelung macht schwanger.
Geduldig sein macht schwanger.
KiWuBehandlung macht schwanger.
Entspannung macht schwanger.
Liebe macht schwanger.
Schwangerschaftstests machen schwanger.
Tolle Zykluskurven machen schwanger.
Gesund sein macht schwanger.
Besuche in Hilfeforen machen schwanger.
Socken anlassen macht schwanger.

Das lässt sich wohl unendlich weit fortsetzen. Das Meiste davon hilft bestimmt. Aber schwanger macht es nicht. Zumindest mich nicht. Mir fehlt wohl die entscheidende Zutat. Das Glück. Ich hätte gern eine Portion Felis Felicias.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Ätz...

Das erste Baby der "Um-mich-rum-Schwangeren" ist da. Und, nein, es reichte keine Sms um es mir zu verkünden. Ich wurde angerufen. Lieb gemeint. Schön, dass ich scheinbar eine so wichtige Freundin bin, die noch AUS DEM KREISSAAL angerufen wird. Leider weiß sie nicht, dass ich schon so lange warte und sie in dieser Zeit schon zwei Kinder bekommen hat.

Okay, ich versuche mich wirklich darüber zu freuen. Aber es fällt mir so schwer. Und das Ganze darf ich, wohl dosiert, in den nächsten Monaten noch 4x erleben. Juchu. Die Krönung dazu? Ich darf, weil es alle meine Stammtischmädels sind, die Stammtischgeburtsgeschenke organisieren. Yippieh.

Das Jugendamt hat auch noch nicht angerufen. Tja, warten ist wohl mein Lebensmotto.

Warten, warten, warten. ÄTZ!

(Nein, meine Stimmung ist ganz super.  Fahre dann wohl gleich mal ins KKH. Noch 20 Tage bis NMT und 23 bis zur Spritze. )

Dienstag, 3. Januar 2012

Eingeweiht

Wir haben es wirklich gemacht. Unsere Eltern wissen es nun. Alles.

Nach der Spiegelung gestern sagte mein Wundermann, er wolle sich nicht mehr verstecken und in Ausreden flüchten. Nach einigem Hin-und Herdiskutieren beschlossen wir zumindest die Eltern einzuweihen. Zuerst waren meine Eltern dran. Ich habe meine Mutter angerufen und eine Stunde über lauter belangloses Zeug mit ihr gesprochen. Bis mein Wundermann mir auf die Füße getreten hat. Ich hatte richtig Bauchweh deswegen. Und dann habe ich es gesagt. Meine Mutter hat zuerst gar nichts gesagt. Sie weiß nicht genau wie künstliche Befruchtungen funktionieren und sie hatte viele Fragen. Danach habe ich von unserem Plan B berichtet. Meine Mutter fand es gut, dass es einen Plan B gibt. Sie hat aber eher Stellung zu Plan A bezogen und glaubt, dass das klappt. Als mein Vater von der Arbeit zu Hause war hat sie ihm alles erzählt. Er hat dann angerufen und gesagt, er freue sich, dass er bald Opa würde. Ganz egal wie. Ich habe beiden noch mal gesagt, wie wichtig es ist, dass es ein Geheimnis bleibt. Wir wollen selbst entscheiden, wann wir wem was erzählen. Sie haben es verstanden. Auch, dass wir so lange Geheimnisse hatten. Teil eins war geschafft.

Nun kam Teil zwei. Für mich persönlich der aufregendere Teil. Meine Schwiegermutter ist nämlich nicht besonders gut im Geheimnisse bewahren. Also noch mal Bauchweh... Mein Wundermann bat seine Eltern, zu uns zu kommen (sie wohnen nebenan) und sagte ihnen, dass sie zuerst versprechen müssen unser Geheimnis zu bewahren. Das haben sie. Und dann musste ich es ihnen sagen. Der Mann glaubt, ich kann das besser. Also habe ich es ihnen gesagt. Und zwar auch alles. Meine Schwiegermutter war total betroffen von den zwei Fehlgeburten. Sie haben zugehört, bis ich fertig mit erzählen war, haben sich die Erklärung für unser Schweigen angehört und dann hat mein Schwiegervater direkt gefragt, ob wir einen Plan B haben. Als wir das bestätigten, lehnte er sich zufrieden zurück und sagte, es sei ihm egal, wie er Enkel von uns bekommt, Hauptsache es kämen welche. Wann wir denn das Kinderzimmer ausbauen wollen?
( Unser DG ist noch nicht ausgebaut, wir haben noch kein "richtiges" Kinderzimmer.) Meine Schwiegermutter war sehr betroffen und traurig. Ich denke, sie braucht noch eine Weile darüber nachzudenken. Aber ich bin sicher, sie hat verstanden, wie wichtig es ist unser Geheimnis für sich zu behalten.

Nun fehlt noch Teil 3. Denn ich habe zwei Mal Schwiegereltern. Der "richtige"Vater meines Mannes und seine Frau sind noch ahnungslos. Da will auch mein Wundermann noch nicht, denn er hat Angst vor der Enttäuschung seines Vaters. Und, wie ich euch bereits erzählte, wird er bestimmt enttäuscht sein. Damit warten wir wohl bis nach dem letzten Versuch.

Meinem Mann geht's nun besser. Ich weiß noch nicht, wie ich mich fühlen soll. Ich fühle mich dann so nackt, nicht als vollständig, entblößt. Denn die einfachste Sache der Welt (haha!) kriegen wir scheinbar nicht zu Stande. Daran muss ich noch arbeiten.

Montag, 2. Januar 2012

Neuigkeiten an (fast) allen Fronten

Im Moment ist auch jeden Tag was anderes.

Heute war Gebärmutterspiegelung. Der Wundermann war auch mit. So durfte er den OP, wo sonst die Eierchen entnommen werden auch mal von Innen sehen. Ich war mutig und habe mich entschieden die Untersuchung ohne Narkose zu machen. Blöde Idee. Beschrieben wurde mir die Sache als harmlos, zwickt vielleicht kurz, ist ansonsten aber auszuhalten. Das ist GELOGEN!

Das erste Mal misstrauisch war ich als meine Beine festgeschnallt wurden. Mir wurde der Vorgang noch mal erklärt, der Mann positionierte sich mit seinem Stuhl so, dass er den Monitor sehen konnte, aber nicht das, was mit mir gemacht wird. Als erstes wurde warme Flüssigkeit in die Gebärmutter gespült zum Desinfizieren und dann noch mal andere, um die Gebärmutter zu weiten damit man was sehen kann. Dann wurde die Kamera eingeführt. Es war erst ein bisschen unangenehm, aber auszuhalten. Dann begann es zu schmerzen. Und zwar plötzlich und so richtig. Die Hand des Mannes wurde gequetscht, die Wunderärztin meinte sie wäre fast fertig, nur noch eine Minute aushalten. Wisst ihr, wie lang eine Minute sein kann? Alles in allem hat es höchstens 5 Minuten gedauert. Und nun die Überraschung: Alles bestens. Meine Gebärmutter hat so was von überhaupt keine Ausrede für irgendwas. Sie ist scheinbar eine Rebellin, die ihre Aufgabe einfach nicht erfüllen will...

Seit heute morgen habe ich nun leichte Blutungen und Reste der Flüssigkeit tropfen noch (entschuldigt die ekligen Details...) Es zieht noch als hätte ich meine Periode. Aber sonst ist alles wieder gut.

Ich habe auch meinen neuen Behandlungsplan bekommen. Wir starten im nächsten Zyklus neu. Sie hat ein neues Medikament verordnet, ein Wundermittel (passt doch super!), dass dafür sorgen soll, dass ich mehr Eier ausbrüte. Ist scheinbar erst 1 Jahr auf dem Markt. Ich muss es nur einmal spritzen! Ist das nicht toll? Ich spritze es am 3. Zyklustag und dann muss ich erst am 8. Tag mit Menopur und Orgalutran anfangen. Bin total begeistert davon. Klingt alles so, als würde der Versuch klappen. Was meint ihr? ;)

Wir haben außerdem unseren Bewerberbogen beim Jugendamt abgegeben. Bin ganz aufgeregt deswegen... Und der Mann hat entschieden, dass wir unsere Eltern einweihen. Gleich gehen wir hin. Davon berichte ich euch morgen! Das neue Jahr beginnt ganz schön aufregend. Was wohl noch alles passiert?

Sonntag, 1. Januar 2012

Das neue Jahr

Da ist es nun. 2012.

Hallo. Ich hoffe, ich begrüß dich angemessen. Verkatert, schlecht gelaunt, wehmütig. Werden wir zwei Freunde? Dann musst du dir ein bisschen Mühe geben, liebes 2012. Ich werde dich erst mal skeptisch begutachten. Und vorsichtig sein, damit du mich nicht enttäuscht.

Ich habe keine Vorsätze. Jedenfalls kann ich das so nicht nennen. Ich will nur, das dieses Brennen in mir aufhört. Diese Sehnsucht in mir, die mal heiß und schmerzvoll ist, so dass es mich fast zerbricht und manchmal nur ein mahnendes Pochen, dass mich nie vergessen lässt. Diese Sehnsucht muss endlich gefüttert werden, damit sie aufhört mich aufzufressen. Jeden Tag ein Stückchen mehr.

Heimtückisch hat sie sich in mir festgebissen und kämpft darum, die Kontrolle über mein Leben zu gewinnen. Ich bin müde, mich zu wehren. Müde, gegen all das zu kämpfen. Ich gebe den Gefühlen nach, die in mir wohnen. Ich freue mich nicht mehr, wenn andere sich meinen Traum erfüllen. Hämisch hat dich der Neid eingenistet, obwohl mir eigentlich nichts weggenommen wird. Mir fehlt die Kraft das zu verhindern. Ich erschrecke mich vor mir selbst. Vermutlich hat der Alkohol all diese wohlgehüteten Geheimnisse ans Licht gezerrt.

Liebes 2012, eigentlich erwarte ich nicht viel. Ich will eine Mutter sein dürfen. Es gibt nichts, was ich mehr will. Und wenn du mir das nicht schenken kannst, bitte hilf mir dabei die Sehnsucht zu besiegen. Sie ist teuflisch und quälend. Ich kann sie kaum noch aushalten.

(Ich kann es schon lesen: Du musst loslassen. Es klappt dann ganz von allein. Entspann dich. Setz dich nicht unter Druck. Es wird schon. Du bist noch so jung. Lasst euch eins gesagt sein: das ist völlig unmöglich, wenn man in so einer Behandlung steckt. Und den Glauben daran, dass es eines Tages einfach passiert habe ich längst verloren. Dieses Jahr heißt es: Alles oder Nichts. Und dann damit zu leben. Ich drücke uns die Daumen. Willkommen 2012.)